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Neujahrskonzert in Wien: Geschichte und Tradition
Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker zählt zu den bekanntesten Klassikveranstaltungen der Welt. Es findet jedes Jahr am 1. Januar im Wiener Musikverein statt und erreicht neben dem Publikum im Konzertsaal Millionen Menschen durch internationale Fernsehübertragungen.
Die Geschichte des Konzerts
Die Tradition begann am 31. Dezember 1939 mit einem Konzert der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Clemens Krauss. Die Veranstaltung fand während der NS-Zeit statt; der Erlös wurde dem nationalsozialistischen Kriegswinterhilfswerk gespendet. Dieser historische Hintergrund gehört zur Entstehungsgeschichte des Konzerts und sollte nicht verschwiegen werden.
Ein weiteres Konzert fand am 1. Januar 1941 statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition fortgesetzt. Josef Krips dirigierte die Konzerte 1946 und 1947, bevor Clemens Krauss 1948 wieder ans Pult zurückkehrte.
Berühmte Dirigenten
Von 1955 bis 1979 leitete Willi Boskovsky das Neujahrskonzert. Seine Interpretationen der Wiener Walzer und Polkas prägten den charakteristischen Klang der Veranstaltung. Von 1980 bis 1986 stand Lorin Maazel am Dirigentenpult.
Seit 1987 laden die Wiener Philharmoniker jedes Jahr einen anderen Dirigenten ein. Den Anfang machte Herbert von Karajan. So erhält das Konzert neue musikalische Perspektiven, ohne seine Tradition aufzugeben.
Musik und Programm
Das Programm umfasst häufig Werke von Johann Strauss Vater, Johann Strauss Sohn, Josef Strauss und weiteren Komponisten aus dem Wiener Musikleben. Walzer, Polkas und Märsche bilden einen wichtigen Schwerpunkt; gelegentlich werden auch weniger bekannte Stücke aufgeführt.
Das Repertoire beschränkt sich nicht auf die Strauss-Familie. Im Jahr 2020 erklang beim Neujahrskonzert erstmals Musik von Ludwig van Beethoven: Auszüge aus seinen Zwölf Contretänzen.
Eine weltweite Tradition
Bekannt ist das Konzert auch für den festlichen Rahmen, die Blumendekoration im Musikverein und sein traditionelles Finale. Dazu gehört gewöhnlich der Radetzky-Marsch, dessen Rhythmus das Publikum mit Applaus begleitet.
Durch die internationale Übertragung ist das Konzert für viele Menschen zu einem musikalischen Symbol für den Beginn des neuen Jahres geworden. Karten für die Konzerte zum Jahreswechsel und am 1. Januar sind sehr gefragt. Die Wiener Philharmoniker vergeben Tickets über ein offizielles Losverfahren. Aktuelle Informationen sollten daher direkt auf der Website des Orchesters geprüft werden.
Das Neujahrskonzert verbindet musikalisches Erbe, herausragende Interpretationen und ein internationales Publikum.